Chorzentrum in Berlin nimmt Form an

Die Planungen zur Errichtung eines Deutschen Chorzentrums in Berlin-Neukölln nehmen konkrete Formen an. Mitte Mail 2017 traf sich erneut die Arbeitsgruppe des Deutschen Chorverbandes (DCV) zum Hausprojekt, bestehend aus zwölf VertreterInnen der DCV-Mitgliedsverbände, des DCV-Präsidiums sowie der hauptamtlichen Geschäftsführung.

 

Zu Beginn der Sitzung gab es viel Positives zu berichten: So sind die beantragten Fördermittel der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien für den Erwerb einer Immobilie in voller Höhe bewilligt worden und der Hauskauf ist erfolgt. Auch die Baugenehmigung für die Umgestaltung des Gebäudes ist erteilt – dem Beginn der Arbeiten steht nichts mehr im Wege. Für den Ausbau des am Heimathafen Neukölln gelegenen Gebäudes wurden zusätzlich Mittel der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin eingeworben und stehen Eigenmittel des DCV bereit, die seit dem Verkauf des eigenen Hauses des DCV in Köln im Jahr 2007 zweckgebunden zurückgelegt worden waren. Der verbleibende Fehlbedarf wird über ein Darlehen bereitgestellt, das in den kommenden Jahren aus den Mieteinnahmen zurückgezahlt wird.

 

Mit dem Kauf des Hauses in Neukölln durch den DCV und der Umgestaltung zum Deutschen Chorzentrum schließt sich ein historischer Kreis, denn bis Kriegsende bzw. 1933 verfügten sowohl der Deutsche Sängerbund als auch der Deutsche Arbeitersängerbund schon einmal über eigene Gebäude in Berlin.

 

Ende Januar 2016 hatten die Delegierten aus den Mitgliedsverbänden des DCV auf der Mitgliederversammlung in Frankfurt das Konzept für das Chorzentrums angenommen. Demnach soll das Haus soll nicht nur neue Heimat für die hauptamtlichen MitarbeiterInnen des DCV, der Deutschen Chorjugend und der DCV Verlags- und Projektgesellschaft werden, sondern auch Veranstaltungsort und Akademie, Brutstätte für Projektentwickler sowie Anlaufpunkt für Fachberatung und Serviceleistungen sein. Das Chorzentrum wird zur Drehscheibe für die vielfältigen internationalen Kontakte der Chorszene mit entsprechenden Serviceleistungen, Finanzierungsmöglichkeiten und konkreten Praxis-Tipps. Für die 28 Mitgliedsverbände des DCV bietet das Chorzentrum die Möglichkeit des regelmäßigen Austauschs und der Vernetzung untereinander. Neue Ideen sowie vokalmusikalische, kulturpolitische und verbandliche Entwicklungen aus den Bundesländern werden diskutiert, profiliert und in jährlich stattfindenden Foren zugänglich gemacht. Das Chorzentrum dient den Mitgliedsverbänden als Landesvertretung und Heimstatt in Berlin zur politischen Lobbyarbeit und Kontaktpflege und schafft somit Räume für entsprechende Gespräche, Einladungen und Empfänge. Ebenfalls wird hier das Projektmanagement der Carusos-Initiative des DCV für das Singen in Kitas und Kindergärten beheimatet sein, was die Organisation regelmäßiger Lehrgänge für die Multiplikatoren des Programms wesentlich erleichtern wird.

 

Für ChormanagerInnen wird das umfangreiche musikalische und pädagogische Weiterbildungsangebot ergänzt durch den Bereich hinter der Bühne in Form von Seminaren zu Organisation und Veranstaltungsmanagement, Dramaturgie, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie Sponsoring/Fundraising. Während der DCV zur/zum Medienkauffrau/-mann und Veranstaltungskauffrau/-mann ausbildet, können Praktikanten im Projektmanagement der chor.com und des Chorfests oder in der Redaktion der Chorzeit wertvolle Erfahrungen sammeln.

 

Auch für duale Studiengänge ist das Chorzentrum ein starker Ausbildungspartner. Daneben vervollständigen Fachveranstaltungen wie Symposien, Tagungen und Expertengespräche zu verschiedenen Themen wie Singen mit Kindern, Singen mit Senioren, Singen in sozialer Arbeit, Chormanagement, Chordirigieren etc. das Angebot im Chorzentrum.

 

Ein besonderes Augenmerk liegt dabei auf Partnerschaften mit lokalen, nationalen und internationalen Institutionen aus Hoch- und Breitenkultur, Politik, Religion, Wirtschaft und Medien ebenso wie auf der Zusammenarbeit mit den nationalen Chorverbänden, gemeinwesenorientierten Initiativen, Trägern von Kinder- und Jugendkulturarbeit, sozialen Institutionen, Ausbildungsstätten für Chorleiter (Musikhochschulen, Universitäten, Bundes- und Landesmusikakademien), Schulen, Kindergärten oder Senioreneinrichtungen.

 

11. Mai 2017